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Reitwegesituation



Beurteilungskriterien fr Reitwege

Note 1 sehr gut

Naturbelassener Untergrund (Pflanzendecke aus trittresistenten Grsern oder Sand) ohne Gefahrenpotential wie Steine oder tiefhngende ste und ausreichender Breite. Das Geluf ist weich bei jedoch nur geringer Tiefe und ohne Federwirkung.

--In allen Gangarten und Tempi mit und ohne Beschlag uneingeschrnkt nutzbar.

Mindestens 90% der Reiterschaft Sachsens besteht aus Freizeitreitern. Diese mchten Straen mglichst nicht benutzen und so besteht im Grunde keine Notwendigkeit fr einen dauerhaften Hufschutz um sich in der Natur mit den Pferden bewegen zu knnen. Bei diesen Wegen ist dies uneingeschrnkt mglich.
Steine, Wurzelwerk oder andere Hindernisse, die eine Gefahr fr die Pferdebeine darstellen knnten und deshalb nur langsame Tempi erlauben wrden fehlen ebenso, wie tief hngendes Astwerk als Unfallquelle.
Aufgrund des weichen, nicht zu tiefen Untergrundes besteht auch keine Rutschgefahr. Da das Geluf andererseits auch keine Federwirkung zeigt, werden Gelenke, Bnder, Sehnen und Muskulatur nicht zustzlich belastet.
Selbst bei einem Sturz geht vom Untergrund keine Gefahr fr den Nutzer aus.


Note 2 gut

Naturbelassener Untergrund wie bei Note 1, jedoch mit geringem Gefahrenpotential durch Stein-, oder Wurzeldurchsatz im Untergrund, bzw. vereinzelt beeintrchtigende ste ins Geluf ragend.

--In Schritt, Trab und Galopp bis max. Arbeitstempo unabhngig vom Beschlag nutzbar.

Die bereits genannten geringen Beeintrchtigungen zwingen zu einem geringeren Tempo (max. Arbeitstempo d. h. ca. 12 – 15 km/h)
Dies gilt ebenso, wenn Federwirkung durch aufgebrachten Rindenmulch entsteht.
Bei grob strukturiertem Holzschnitzelbelag besteht ein gewisses Stolper- bzw. Vertrittrisiko bis hin zu Verletzungsgefahr im unteren Beinbereich der Tiere.


Note 3 akzeptabel

Naturbelassener Weg durch Nutzung mit mehrspurigen Fahrzeugen. Die Spurrinnen berschreiten das normale Ma (bis 10 cm Tiefe) nicht, dazwischen befindet sich eine begehbare Grasnarbe. Steinige Bergwege mit weichen Rndern, bzw. Alternativen.

--Nur bedingt im Trab, vorwiegend jedoch nur im Schritt, unabhngig vom Beschlag zu absolvieren. Galopp ist auf diesem Weg nicht ratsam.

Deutlich strukturierter Weg mit abgesetzter, verdichteter Fahrspur und erhabenem Mittelstreifen. Aufgrund des vorhandenen Querreliefs und dabei unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit (Spur hart, teilweise steinig oder schlammig, Mitte durch den Bewuchs an den Rndern oft schwierig zu beurteilen) birgt die Gefahr des seitlichen Abrutschens, Stolpern oder Vertretens und vermindert damit weiter die Nutzung der Gangarten.


Note 4 bedingt geeignet

ltere Steinsandwege, jedoch nicht durchgngig mit Biomasse bedeckt (Laub; Baumnadeln, Moos oder Rindenmulch): Aufgrund der Untergrundhrte entfllt die Mglichkeit zu galoppieren, wie auch lngere Strecken zu traben.
Naturbelassene Bergwege ohne Alternativen.

--Barhuf nur sehr begrenzt im Schritt, beschlagen maximal im Arbeitstrab nutzbar.

Biomasse auf diesen Wegen verringert zwar den Abrieb der Hufe, der auf dem blanken Steinsandweg (Sandpapier vergleichbar) stattfinden wrde, ohne jedoch die Untergrundhrte sonderlich zu dmpfen. Die Belastung von Gelenken, Bndern und Sehnen bleibt bestehen. Daher die Tempo- und Gangartbeschrnkungen.
Zudem zwingt es den Pferdehalter in Regionen ohne bessere Alternativen zum dauerhaften Hufschutz. Dies wiederum erhht bei glattem Metallbeschlag die Rutschgefahr. Stolleneisen lassen Schden auf den Wegen erwarten, bzw. vergrern bereits vorhandene. Beides verringert zudem die Chance zu einer artgerechte Tierhaltung im Herdenverband, oder erzeugt zumindest ansonsten vermeidbare Risiken.


Note 5 mangelhaft

Wege mit gegossener Fahrspur aus Beton und steinigem Zwischenraum, bzw. sehr steinige oder gar felsige Passagen. In den Ebenen aus Grnden der Unfallgefahr fr beschlagene Tiere nur im Schritt und in gebirgigen Lagen auf felsigem Untergrund gar nicht begehbar (Rutschgefahr.)
Auch solche Wege, die durch Spurrinnen mit einer Tiefe ber 10 cm, oder mehrfachen auch quer verlaufenden Rinnen und Grben kennzeichnen sind mit der Note 5 zu versehen.

--Fr unbeschlagene Pferde nur uerst begrenzt zu bergangszwecken oder bei einer geschlossenen Schneedecke von mindestens 10cm Dicke geeignet. Begehen mit beschlagenen Tieren kann nur sehr eingeschrnkt in einer hheren Gangart als Schritt empfohlen werden.

Gegossene, bzw. aus Platten gelegte Betonfahrspur fr beschlagene Pferde wegen der Rutschgefahr nur im Schritt begehbar. Fr beschlagene, wie unbeschlagene Tiere groe Gelenk- und Sehnenbelastung. Nur im Winter bei einer geschlossenen Schneedecke von mindestens 10cm bedingt in hheren Gangarten bis max. Arbeitstempo bereitbar.
Felswege mit eine Neigung von ber 10% nur fr unbeschlagene Pferde, bzw. begehbar. Metallbeschlag birgt durch die enorme Rutschgefahr ein unvertretbares Unfallrisiko und verbietet somit eine Benutzung.
Wege mit quer verlaufenden, mehrfachen, oder schwer kalkulierbaren Spurrinnen (ganz oder teilweise verdeckt), bzw. einer Fahrspur von mehr als 10cm Tiefe gebieten ausschlielich Schritt als Gangart. Trab oder Galopp bergen ein hohes Verletzungsrisiko durch Fehltritte, bzw. berlastungserscheinungen, die bei den Reittieren dauerhafte Schden erzeugen.


Note 6 ungeeignet

--Aus Schotter aufgeschttete und (oder) mit Splitt belegte Strecken, die beim unbeschlagenen Huf unvertretbare Abnutzungserscheinungen zur Folge htten. Das Begehen mit glatt beschlagenen Tieren bedeutet unverhltnismige Belastung fr Gelenke, Bnder und Sehnen. Eine Nutzung dieser Wege mit Pferden verbietet jedem verantwortungsbewuten Reiter (Fahrer) allein schon der Tierschutzgedanke.

- Die unvertretbaren berlastungserscheinungen entstehen hier bei glatt beschlagenen Pferden durch die Bewegung zwischen Beschlag und Untergrund (Kugellagereffekt). - Selbst bei Stollenbeschlag bleiben noch die Auswirkungen des harten Gelufs, sowie die Schden auf dem Geluf. Tiere so zu beschlagen und auch die damit verbundenen Nachteile in der Tierhaltung nur wegen solcher Wege in Kauf zu nehmen ist verfehlt.

--Aus den gleichen schon aufgezhlten Grnden sind auf der ganzen Breite durchgehend betonierte, gepflasterte oder asphaltierte Wege als Reitwege ungeeignet.

--Ebenso mit Note 6 zu klassifizieren sind Wege, auf deren Geluf die Tiere tiefer als 30 cm einzusinken drohen.
- Diese Wege sind als Sumpfwege zu bezeichnen. Sie sind ungeeignet fr Pferde, denn sie bergen zustzliche Gefahren, vor allem da ste, spitze Gegenstnde und dgl. im Untergrund nicht sichtbar sind.
- Sie zu begehen bedeutet eine um ein Vielfaches grere krperliche Belastung fr das Tier
- Solch ein tiefes Geluf stellt eine enorme psychische Stresituation fr das Pferd dar, da es als Fluchttier auf flachgrndiges Geluf angewiesen ist. Viele Pferde weigern sich ohnehin aus diesen Grnden generell einen solchen Untergrund zu betreten.


Fr Wege, die auf Grund ihrer Beschaffenheit mit Noten von 3, 4 oder 5 bewertet werden mten, knnen mit einem Grad besser deklariert werden, wenn sie dazu dienen, vom Reitwegenetz aus ein landschaftlich besonders schnes Gebiet oder ein touristisch interessantes Objekt (kulturell wie geschichtlich) zu erreichen, wenn es tatschlich keine bessere Alternative dazu gibt und diese Strecke bei Note 3 - 3km, bei Note 4 - 2km oder bei Note 5 – 1km nicht berschreitet